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Warum Worte dein Gehirn (und dein Leben) lenken

von Psychologie, Biografie, Erinnerungen, Hilfreiche Tools0 Kommentare

Denk jetzt nicht an einen rosa Elefanten auf einem gelben Fahrrad!

Und da steht er schon, mit rosa Punkten auf einem gelben Fahrrad und wedelt freundlich mit den Ohren. Genau das passiert in unserem Gehirn, wenn wir negative Formulierungen hören.

Die geniale Vera F. Birkenbihl hat genau das in einem ihrer legendären Vorträge wunderbar erklärt, was mich dazu animiert dieses Thema in meinem Blog näher zu beleuchten.

Unser Gehirn versteht keine Verneinung in Bildern. Wenn du also sagst:

„Ich will mich heute nicht stressen“, stellt sich dein Kopf sofort das Gegenteil vor, also: Stress. Und schon läuft im Unterbewusstsein der Film an, den du eigentlich vermeiden wolltest.

Das liegt daran, dass unser Gehirn in Bildern, Emotionen und Assoziationen denkt, nicht in Grammatik. Es kann das Wörtchen „nicht“ nicht bildlich darstellen.

Wenn du beispielsweise sagst: „Nicht auf meinen Rasen treten!“, muss dein Gehirn erst ein Bild vom Rasen und vom Drauftreten erzeugen, um es dann wieder zu verneinen. Und schwupps, hast du das Bild vom Betreten schon im Kopf oder, noch schlimmer, in den Füßen.

Warum Worte dein Gehirn und dein Leben lenken.

Was in deinem Kopf passiert

Hier ein kleiner Ausflug in die Neurowissenschaft:

Wenn du etwas hörst oder liest, wird in deinem Gehirn zuerst der sogenannte visuelle Kortex aktiv – die Region, die für innere Bilder zuständig ist. Du siehst also automatisch vor deinem inneren Auge, was beschrieben wird. Erst danach schaltet sich das Sprachzentrum ein, das prüft, was du eigentlich gemeint hast.

Mit negativen Formulierungen ist das also wie beim Autofahren mit angezogener Handbremse: Du sagst dir: „Ich will nicht gegen die Leitplanke fahren“  und malst dir genau das aus. Dein Gehirn orientiert sich an Bildern, nicht an Verneinungen. Es folgt also der inneren Landkarte, die du ihm gibst.

Darum funktionieren klare, positive Formulierungen so viel besser. Statt zu sagen:

„Ich will keinen Fehler machen“ oder „Ich möchte, dass es gut gelingt“, sage lieber, „Ich handle konzentriert und ruhig.“
oder „Ich arbeite achtsam und erfolgreich.“

Das klingt vielleicht ungewohnt, aber genau diese Form schafft das entscheidende Gegenwartsbild im Kopf. Unser Gehirn versteht „Ich will“ als etwas, das irgendwann passieren soll. Es bleibt also in der Warteschleife. Sätze in der Gegenwart dagegen aktivieren Handlung und Gefühl jetzt.

Damit gibst du deinem Gehirn ein klares Zielbild und das Unterbewusstsein arbeitet automatisch in diese Richtung.

Worte formen Wirklichkeit und Erinnerung

Wenn ich mit Menschen über ihr Leben spreche, begegnet mir das ständig. Viele sagen Sätze wie:

„Ich will gar nicht daran denken, wie schlimm das damals war.“

Doch genau das passiert – sie denken daran. Und sie fühlen es wieder.
Sprache lenkt also nicht nur, was wir sagen, sondern auch, wie wir erinnern.

Beim biografischen Schreiben oder bei einer Audiografie (also deiner Lebensgeschichte als Hörbuch) ist das besonders spannend: Wenn du über dein Leben sprichst, erzeugst du nicht einfach nur Sätze – du erschaffst Bilder, Emotionen und Bedeutungen.

Positive Formulierungen helfen dir, den Fokus zu verändern. Aus:

„Ich hatte so viele Rückschläge“, wird vielleicht „Ich habe viele Erfahrungen gesammelt, die mich stärker gemacht haben.“

Das verändert nicht nur, wie andere dich hören, sondern auch, wie du dich selbst siehst.

Warum das auch beim Zuhören wirkt

Beim Hören ist das Gehirn besonders bildaktiv. Wenn jemand seine Geschichte erzählt, entstehen beim Zuhörer innere Filme. Und ob diese Filme hell oder dunkel sind, hängt stark von der Sprache ab.

Darum sind Audiografien so faszinierend: Du hörst nicht nur eine Geschichte – du siehst sie innerlich.

So kannst du positive Sprache trainieren

Ein paar kleine Übungen, die helfen, dein Denken umzulenken:

  1. Achte auf deine Verneinungen.
    Immer wenn du „nicht“ sagst, frag dich: Was will ich stattdessen?
    Aus „Ich will mich nicht ärgern“ wird „Ich bleibe gelassen.“
  2. Formuliere Ziele in Bildern.
    Stell dir vor, was du erreichen willst – so detailliert wie möglich.
  3. Sprich freundlich mit dir selbst.
    Dein Gehirn hört alles mit. Und glaubt’s dir.
  4. Schreib’s auf oder sprich’s ein.
    Ob als Tagebuch oder Audiotagebuch: Sprache, die du bewusst wählst, verändert, wie du dich erinnerst.

Fazit…

Worte sind mächtiger, als wir denken. Sie sind Wegweiser, keine Warnschilder. Wenn du lernst, positiv zu formulieren, richtest du dein Denken (und dein Leben) auf das aus, was du wirklich willst.

Und wenn du deine Geschichte erzählst, beim Schreiben oder Sprechen, dann tu es mit Worten, die blühen statt bremsen.

Denn am Ende gilt: Was du sagst, formt, wer du bist und wie du dich erinnerst.

Wenn du Lust hast, deine eigene Lebensgeschichte zu erzählen und zu bewahren, begleite ich dich gern dabei.
Gemeinsam finden wir Worte, die nicht nur erzählen, sondern leuchten:

https://www.a-lamprecht-loewe.de/audiografie 🎙️

oder

https://www.a-lamprecht-loewe.de/empathische-zeilen/ 📚

Lass uns gemeinsam beginnen. Denn deine Geschichte verdient es, erzählt zu werden.

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